Die unglaubliche Geschichte.

Vor 14 Jahren ist die grösste Stadt der Schweiz zu uns ins nest geschlüpft. Erich erinnert sich gut an den Tag, als er die Zusage erhielt. Diesen besonderen Moment hat er fein säuberlich in seinem Weintagebuch festgehalten.

+ Erinnerst du dich noch an den Tag, an dem sich die Stadt Zürich für uns entschieden hat?
Die Information über den Zuschlag der Stadt Zürich erreichte mich ausserhalb der Bürozeiten. Solche Erfolgsmomente zelebriere ich gerne bei einer guten Flasche Wein. Ich führe dazu ein Weintagebuch. Als ich kürzlich nach dem Eintrag der Stadt Zürich suchte, stellte ich fest, dass ich just 14 Jahre später genau den gleichen Wein öffnete.

 

+ Der Entscheid von Zürich war ein weiterer Beweis für den Erfolg von nest. Mit welchen Gefühlen bist du damals ins Projekt Taxi gestartet?
Mich durchlief ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits war da eine grosse Freude. Auf der anderen Seite stellte sich aber auch eine gewisse Ernüchterung ein. Wir hatten gerade die grösste Stadt der Schweiz gewonnen. Welches Projekt würde diesen Höhepunkt in Zukunft noch toppen?

Zudem waren wir damals in einer grossen Euphorie. Wir waren im Schlussspurt der Einführung von Basel-Land und hatten wenige Jahre davor Basel-Stadt erfolgreich eingeführt. Rückblickend wäre eine bisschen demütigere Haltung angebrachter gewesen.

+ Du hast das Einführungsprojekt geleitet. Welche neuen Herausforderungen kamen damals auf die KMS zu?
Taxi war ein höchst anforderungsreiches Projekt mit ausgeprägten und fachlich versierten Charakteren auf Kundenseite. Zürich hatte bisher eine Eigenlösung im Einsatz, die vollumfänglich auf das grosse Volumen der Stadt Zürich ausgerichtet war. Und Zürich lebte zu jenem Zeitpunkt richtig ausgetüftelte Prozesse, auf die sie nicht verzichten wollten.

+ Die Stadt Zürich brachte ein enormes Verarbeitungsvolumen mit sich. Welche Zusatzentwicklungen waren notwendig?
Die grössten Zusatzentwicklungen leisteten wir im Bereich der Massenverarbeitungen. In Zürich stiessen wir mit unseren bisherigen Lösungen volumenmässig an die Grenzen.
Zudem war die Abbildung der Organisationsstruktur eine grosse Herausforderung. Die Stadt Zürich ist nicht wie andere Organisationen nach Fachbereichen gegliedert sondern verantwortet sich alphabetisch nach Steuerkunden.

+ Wie verlief damals eigentlich die Produktionsaufnahme?
Sie verlief völlig ruhig. Ich war an diesem Tag selber im Steueramt Zürich, was rückblickend nicht nötig gewesen wäre. Die Ruhe vor dem Sturm.

+ Das Kind war gesund geboren? Und dann, wie ging es weiter?
In der ersten Realisierungsphase haben wir alle Must-Haves umgesetzt. In Taxi Duo begannen wir dann quasi mit der Kür. Zürich hatte eine sehr grosse Erwartungshaltung an uns und nach dem Produktionsstart ein ganzes Buch mit Anforderungs-Wünschen gesammelt. Diese überstiegen bei Weitem den vertraglichen Rahmen. Prof. Dr. Carl August Zehnder, der an der ETH Zürich einen Lehrstuhl hatte, war im Projektausschuss vertreten und relativierte schlussendlich den Wunschzettel auf ein vertretbares Niveau.

+ Welche Erinnerungen sind dir aus diesem Projekt geblieben?
Ganz viel Stolz. Ich bin überzeugt, dass es kein anderer Anbieter geschafft hätte, dieses Projekt erfolgreich umzusetzen. Ich habe aber gleichzeitig auch noch die Erschöpfung in Erinnerung. Das Projekt hat uns als Anbieter und mich als Projektleiter stark gefordert.