Back to the customers.

Marco Maurer erinnert sich gerne an die Anfangszeit von nest. Damals war alles noch weniger hektisch. Eines stand jedoch schon zu jener Zeit im Fokus: Die Nähe zu den Kunden.

+ Erinnerst du dich an 1995? Wo hast du damals gestanden; in der KMS und privat?
Privat war ich damals sehr im Umbruch. Ich arbeitete noch nicht lange bei der KMS, heiratete und baute unser Eigenheim. Innerhalb der KMS war ich damals für TAXUS – eine Veranlagungssoftware, die bei den St. Galler und Luzerner Gemeinden im Einsatz war – verantwortlich. Ich machte damals alles: Von der Anforderungsdefinition bis hin zur Benutzerunterstützung.

+ Der PC eroberte so langsam Wirtschaft und Verwaltungen und die nest Ur-Kantone führten nest ein. Welche Erinnerungen hast du daran?
Ich glaube, es war mir damals gar nicht bewusst, welchen grossen Schritt wir mit nest machten. Erich war als Projektleiter viel ausser Haus. Ich bekam nicht so viel mit.
Gupta war damals eine äusserst moderne Programmiersprache. Wir leisteten wahre Pionierarbeit in der Entwicklung und diskutieren beispielsweise darüber, ob PersonenIDs nun als string oder number angelegt werden sollen.

+ Damals war das Business noch langsamer. War auf den Produktionsstart hin alles bereit?
Ich erinnere mich nicht an Termindruck. Die Post traf einmal täglich ein, Unterbrechungen durch E-Mails gab es noch nicht. Und auch wir verschickten damals alles per Post – mit dem Vorteil, dass es keine oder nur sehr wenige CCs gab. Es gelang uns damals dadurch viel besser, uns zu fokussieren.

+ Was konnte nest bei Produktionsaufnahme?
nest bildete das Kerngeschäft vollumfänglich ab: Von den Personen-Stammdaten, über die Formularverwaltung und Veranlagung bis hin zum Debitor. Der gesamte Leistungsumfang war bereits vorhanden, allerdings nicht in der heutigen Komplexität und ohne die vielen Automatismen.

+ Gab es damals auch einen Pilot-Kunden? Und wie lief überhaupt die Testphase ab?
Als wir damals den Fuss in den Gemeindemarkt setzten, waren Winterthur und Uster unsere Pilotkunden. Das Testing war Sache des entsprechenden Entwicklers. Ein Testmanagement gab es noch nicht. Neue Releases führten wir bei den Kunden direkt produktiv ein.

+ Wenn du heute mit deiner jetzigen Erfahrung zurückblickst, was würdest du anders machen?
Ich war damals schon skeptisch, ob wir wirklich alle Anforderungen der Kunden in der Lösung berücksichtigen sollen. Die vielen Sonderwünsche, die wir über all die Jahre umgesetzt haben, tragen heute zur Komplexität von nest bei. Ich würde heute mehr Energie dafür einsetzen, um einen Standard innerhalb der verschiedenen Kundengruppen zu erwirken.

Wir hatten früher einen sehr engen Draht zu unseren Kunden und waren damit am Puls des Geschehens. Dank der agilen Methoden pflegen wir heute den direkten Kontakt wieder vermehrt.
Marco Maurer, Professional Services

Der Veranlagungsdialog hatte noch lange auf der 1.44 MB-Diskette Platz. Dann schaffte sich die KMS eine Splitsoftware an. Per Post wurden früher die neuen Versionen versandt.