LUTAX: Eindrücklich wie die Kapellbrücke.

LUTAX war das erste grosse Zentralisierungsprojekt der KMS. Gut 80 Gemeinden hat die Projektcrew auf das zentrale System des Kantons migriert. Ein Meilenstein in der 35-jährigen Geschichte der KMS, von dem sie auch in Zukunft profitieren wird.

+ Thomas Burch, die Zentralisierung des Steuerwesens im Kanton Luzern (Projekt LUTAX) war ein echter Hosenlupf. Skizzierst du das Projekt kurz?

LUTAX war grösstenteils ein Organisations- und Migrationsprojekt, das von der Ausschreibung bis zur Einführung rund sechs Jahre gedauert hat. Für die Definition des neuen Luzerner Standards brauchten wir rund 18 Monate, für die Migration noch einmal die gleiche Dauer.

Ein Drittel der Gemeinden arbeitete damals bereits mit nest Steuern, die restlichen mit Dialog und Ruf. Wir haben für jedes Fremdsystem eine Pilotmigration gemacht und im Vorrollout weitere fünf Gemeinden migriert, bevor wir dann die restlichen 80 übernommen haben.

+ Wie hat dieses Projekt die weitere Entwicklung von nest Steuern beeinflusst?

In der Software an sich hat es nicht viele Änderungen gegeben. Wir haben vor allem organisatorisch und hinsichtlich Migrationen viel gelernt. Aufgrund der Anforderungen an die Berechtigungen  haben wir die Funktionalität der Organisationseinheiten ausgebaut.

Die zentrale Datenbasis war im Kanton Luzern dann die Grundlage für Folgeprojekte wie dem Scanning oder dem Datenaustausch mit weiteren Amtsstellen.

+ Und welche Bedeutung hat es für die KMS?

Wir haben den Beweis geliefert, dass wir Projekte dieser Grössenordnung abwickeln und Daten von verschiedenen Fremdsystemen migrieren können. Ich bin überzeugt, dass wir uns damit eine solide Referenz für künftige Zentralisierungsprojekte geschaffen haben. Und wir haben bewiesen, welche Einsparungsmöglichkeiten eine zentrale Produktion mit sich bringt.

Das Zentralisierungsprojekt LUTAX ist für Luzern genauso ein Wahrzeichen wie die Kapellbrücke.
Thomas Burch ist überzeugt, dass der KMS damit ein Vorzeigeprojekt gelungen ist.

+ Welche Rolle hattest du in diesem Projekt?

Ich war Teilprojektleiter Veranlagung und schon damals Kundenverantwortlicher von Luzern.

+ Nach welchen «Methoden» habt ihr damals gearbeitet? Was lief gut, was weniger?

Wir sind damals «klassisch» vorgegangen. Wir hatten eine Konzeptphase, in der wir in vielen Workshops eine Differenzanalyse erstellt haben. Es folgte die Konfiguration und schlussendlich der Rollout.

Nach jeder Migration haben wir dazu gelernt. Die grösste Herausforderung war sicher der straffe Rollout-Plan und die grösste Untersicherheit die Datenqualität der einzelnen Gemeinden. LUTAX war insgesamt ein sehr erfolgreiches Projekt.

+ Du betreust den Kanton Luzern nach wie vor. Welchen Vorsprung hat er heute durch die zentrale Organisation gegenüber anderen Kantonen?

Luzern hat dadurch einen Riesenvorsprung gegenüber dezentralen Organisationen erzielt. Ich denke da insbesondere an die einfache Umsetzung von neuen Standards wie eCH. Die Auskunftsbereitschaft steigt, unnötige Schnittstellen und Meldungen zwischen den Gemeinden und dem Kanton entfallen.
Die Benutzer kennen die Software, Personalwechsel und insbesondere das Einarbeiten von neuen Mitarbeitenden wird damit einfacher. Und schlussendlich profitiert der Kanton Luzern von Kosteneinsparungen unter anderem in der Produktion.