Klare Schnittstellen.

Ohne Schnittstellen keine lauffähige neue Software-Generation. Rund 70 Schnittstellen müssen wir nun bis 2021 umsetzen. Was bedeutet das? Gesamtprojektleiter Rafael Gut gibt Auskunft.

+ Rafael, bevor sich die Kantone für eine komplett neue Software-Generation entschieden hatten, war die ganze Schnittstellenthematik in der zweiten Phase des Refactorings angegliedert. Damit die erweiterten Teilprojekte produktiv genommen werden können, müssen diverse Schnittstellen angepasst bzw. umgesetzt werden. Von welchem Umfang sprechen wir?

Wir sprechen hier von rund 70 Schnittstellen. Der Grossteil dieser Schnittstellen betrifft weniger als zwei Kantone. Trotzdem haben sich die Kantone für eine gemeinsame Finanzierung entschieden. Dadurch können wir die einzelnen Schnittstellen effizienter und vor allem standardisiert umsetzen.

+ Was bedeutet das für uns hinsichtlich Umsetzung? Werden die Schnittstellen in den einzelnen Teilprojekten umgesetzt?

Ja, teilweise erfolgt die Umsetzung in den Teilprojekten. Dann haben wir aber diverse Themen wie die Amtsmeldungen, die Ablösung des bestehenden Liegenschaftsdialogs oder auch eCH-0119 (Austauschformat für Steuermeldungen der natürlichen Personen), die wir in darauf spezialisierten Arbeitsgruppen umsetzen werden. Der Aufruf zur Mitwirkung läuft im Moment bei den kantonalen Projektleitern. Bis Mitte Jahr sollten die Arbeitsgruppen definiert sein, sodass wir im zweiten Halbjahr mit der Umsetzung starten können.

Dazu kommen diverse individuelle Schnittstellen, die wir mit den betroffenen Kantonen angehen werden.

+ Werden die Schnittstellen denn auch ein komplettes «Refactoring» erfordern?

Richtig, ja. Vieles, was wir in der Basisarchitektur umgesetzt haben, können wir für die Schnittstellen nun anzapfen. Und wir werden den Prozessgedanken natürlich bei der Umsetzung berücksichtigen. Ebenfalls gilt zu prüfen, ob allenfalls eine Anpassung auf der Gegenseite, also am anderen Ende der Schnittstellen, notwendig wird.

+ Wie beurteilst du das gesamte Refactoring im Moment? Wo siehst du die grössten Chancen, wo die grössten Risiken?

Dank dem geänderten Auslieferungsvorgehen im RfC 4.0 bekommen wir von den Kantonen laufend Rückmeldungen. Die stückweise Auslieferung wird am Schluss zu keinen grossen Überraschungen mehr führen.

Die Einführung der Stammdaten Personen harzt noch immer. Die Migration der Personendaten ist eine grosse Knacknuss, die wir mit Hochdruck bearbeiten.

Und was sind denn nun die weiteren Schritte hinsichtlich Refactoring 2?

Die Kantone haben sich für ein Refactoring 2 ausgesprochen. Der Umfang ist klar und die Kosten abgesteckt. Einzig der Zeitplan ist noch offen. Die Vertragsausarbeitung, welche diese Variablen berücksichtigt, läuft im Moment.