Die Natur ist das beste Vorbild.

«Perfektion ist Lähmung», sagte Winston Churchill einst. Das Streben nach Exzellenz hingegen führt an die Spitze der persönlichen Potentialentfaltung und Lebensqualität. Dort wollen wir in diesem Jahr hin. Andreas macht es schon einmal vor.

+ Andreas, welche Bedeutung haben die beiden Begriffe Perfektion und Exzellenz für dich persönlich?

Perfektion hat in meinem beruflichen Alltag wenig Bedeutung. Die Geschmäcker sind zu verschieden. Aufgrund der tierischen und pflanzlichen Rohstoffe wird es immer Nuancen am Ergebnis geben. Das macht Gerichte erst spannend. Hingegen strebe ich täglich nach Exzellenz und hoffe sehr, diese nie zu verlieren.

+ Perfektion richtet sich an andere. Exzellenz an sich selber und andere. Was gibt dir die Arbeit zurück?

Ich kann mit allen Sinnen arbeiten und bin mit Leib und Seele Koch. Die Kombination aus Organisation, Handwerk und Kreativität könnte ich in keinem anderen Beruf besser ausleben. Koch zu sein, ist mein Traumberuf. Ich beglücke täglich andere Menschen. Ich verwöhne gerne. Die direkten Feedbacks auf meine Arbeit berühren mich sehr und bestätigen mich in meinem Schaffen.

+ Du erbringst täglich Höchstleistung und gibst immer noch einen drauf. Wie schaffst du das?

Die Herausforderung liegt in der Freiheit, die ich hier habe. Gleichzeitig treibt sie mich aber auch an und beflügelt mich, immer wieder neue Kreationen zu schaffen. Ich hatte noch bei keiner Anstellung zuvor so viel Freiheit. An einem Tag wie heute, an dem nicht so viele Mittagessen reserviert sind, investiere ich in ein aufwendiges und anspruchsvolles Dessert. Daran wachse ich.

+ Und was treibt dich zu Exzellenz an?

Was den vollendeten Geschmack anbelangt, bin ich mir selber der grösste Kritiker und Antreiber. Ich fordere sehr viel von mir ab und bin in Führungspositionen immer mit bestem Beispiel vorangegangen. Meine Gilde konnte jeweils in meinem Windschatten arbeiten.

Schlechte Tage gibt es für mich nur, wenn ich zu wenig zu tun habe. Dank der KMS und den offenen Mitarbeitern kann ich mich in diesen seltenen Fällen mit ungeübten Kochpraktiken selber fordern und fördern.
Andreas Brülisauer, Koch

+ Wie können wir deine Strategie in unseren IT-Alltag anwenden? Hast du dafür ein Rezept?

Mein Alltag ist vom IT-Geschehen weit weg. In der Küche ist Leidenschaft gekoppelt mit Herzblut immer das beste Rezept für exzellente Ergebnisse. Und eine gesunde Portion Wille ist in Dienstleistungsrollen sicher hilfreich. Wir geben hoffentlich mehr als wir nehmen. Ich persönlich erhole mich davon gut in der freien Natur. Dort, aber auch in der Küche, lebe ich volle Hingabe.

+ Aber wir haben nicht nur Frischprodukte. Wir haben Fehler, Probleme, manchmal auch kritische Kundenstimmen. Wie gehen wir am besten mit Frust um?

Diesbezüglich denke ich ziemlich radikal: Frust, Probleme und Rückschläge bieten Wachstumspotenzial. Ohne sie ist Exzellenz nicht möglich. Nach einer Niederlage stelle ich mich aufrecht hin, binde mein Foulard neu und mache weiter.