Die Geburt von nest.

Martin Ebner macht das Windows in die Vergangenheit noch einmal kurz auf. Er war bei der Geburt von nest dabei und erinnert sich, als wäre es gestern gewesen.

+ Martin Ebner, du warst bei der Geburtsstunde von nest dabei. Erzählst du ein bisschen von den guten alten Zeiten und den damaligen Visionen?
Nach gut 25 Jahren, so lange liegt die Geburt von nest zurück, schleicht sich ganz einfach das «grosse Vergessen» in unser Hirn und überschreibt die negativen Erinnerungen mit positiven. Gut war damals bestimmt unsere Unbekümmertheit und unser Wille, etwas völlig Neues zu gebären. Es herrschte eine tolle Aufbruchsstimmung. Nichts konnte uns aufhalten. Und als wir unsere Offerte unter Dach und Fach hatten, labten wir uns bei mir zu Hause an einem feinen Rehrücken und einem Glas Wein.

+ Nach welcher Methode habt ihr damals die Anforderungen für die NEuen STeuern definiert? Was waren die Herausforderungen?
Nach gar keiner Methode. Und das wahrscheinlich zum Wohle von nest. Denn damals gab es nur wenige, aber umso kompliziertere Projektmanagement Verfahren und viele zu Tode «methodisierte» Projekte. Wir vertrauten auf unseren langjährigen Erfahrungen im Steuerbereich. Wir alle waren noch echte «Cobol‘dis», also Programmierer, welche mit der heutigen Ötzi-Sprache Cobol entwickelten.

Mit der Realisierung von nest wurden wir dann voll ins kalte Windows-Wasser geworfen, geschrubbt und mit der 4GL-Sprache Gupta geweiht. Windows war ein Musthave der fünf Ur-nest-Kantone. Und dazu kamen noch ihre inflationären Anforderungen. Sie wollten sich so richtig in der neuen Windows-Welt austoben. Was uns damals massiv unter Druck setzte, dem Produkt nest aber längerfristig zum Durchbruch verhalf.

 

Martin Ebner, der Urvater von nest, blickt gerne auf vergangene Zeiten zurück. Damals verzichteten Sie in der Entwicklung auf komplexe Methoden und arbeiteten Vorwärts.

 

+ Du hast die damals beteiligten Firmen und nest wesentlich geprägt. Für welche Werte stehst du ein?
Für Ehrlichkeit sowie Offenheit gegenüber Kunden und Mitarbeitern und für einen guten Umgangston untereinander. Vertrauen ist nach meiner Ansicht die beste Basis und war der Trumpf, den ich ausspielte. Aber auch harte Diskussionen habe ich, wenn nötig, nie gescheut.

+ Das nest-Umfeld wurde über die Jahre immer grösser. Wann kam für dich der Zeitpunkt, dich ganz aus dem Alltagsgeschäft zurückzuziehen?
Ich zog mich etappenweise zurück. Da ich im nest-Bereich nie Software geschrieben habe, sondern mich stets auf relativ hoher Flughöhe bewegte, zog ich noch recht lange an den nestFäden. Sei das beispielsweise bei Vertragsabschlüssen oder im Trouble Shooting. So war ich 2010 bei der Neugestaltung der nest-Verträge mit den Kantonen noch dabei, und auch bei den Projektabschlussgesprächen mit der Stadt Zürich im Jahr 2011. Mein letzter nest-Akt.