Augen auf nach  Blindleistungen.

Schwachstellen entstehen meist bei Übergängen. Genau dort entstehen Blindleistungen, die eigentlich reine Verschwendung sind. Thomas Keller zieht hier gerne den Vergleich zu einem kühlen Bier.

+ Tom, jeder Bereich hat Handlungsfelder für die nächsten Jahre definiert. Was ist der Zweck?

Bisher wurden Jahresziele top-down vorgegeben und dann auf die einzelnen Teams und Mitarbeitenden heruntergebrochen. Dies war für Mitarbeiter relativ abstrakt, da sie ihren Handlungsspielraum schwer zuordnen konnten. Die Handlungsfelder sind als Leitplanken zu verstehen und lassen den einzelnen Teams viel mehr Handlungsspielraum. Ich sehe die Zielsetzungen, die sich aus den Handlungsfeldern ergeben, mehr als rollenden Prozess, der bereichsübergreifend gelebt wird.

+ Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird also immer wichtiger. Auf Bereichsleiterebene habt ihr bereits wichtige Schritte gemacht. Was ist daran für dich besonders wertvoll?

Ich finde es besonders wertvoll, dass hierbei das «Gärtchendenken» aufgegeben und stärker zusammengearbeitet wird. Damit werden Blindleistungen reduziert, wie sie an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Rollen entstehen. Ich spreche von Blindleistung. Im japanischen Kaizen, dem Ursprung der Lean-Bewegung, wird von Muda, zu Deutsch «Verschwendung», gesprochen.

Blindleistung ist wie die Schaumkrone auf dem Bier: Ein bisschen braucht es für den guten Geschmack, zu viel führt zu Aufstossen und Blähungen.
Thomas Keller, Head of Development

+ Bevor wir uns die wichtigsten Handlungsfelder anschauen: Was ist dein übergeordnetes Ziel fürs 2019?

Wir haben mit der Einführung von Kafe und der SELF-Transformation einen grossen Change hinter uns. Jetzt geht es darum, unsere Abläufe kontinuierlich zu verbessern. Heute erkennen wir in Retrospektiven Verbesserungspotenzial, sind aber noch langsam im Implementieren der entsprechenden Massnahmen. Mein Ziel und übrigens das der gesamten Bereichs- und Geschäftsleitung ist es, dass unsere Teams befähigt sind, Engpässe selbstständig zu erkennen und laufend zu verringern.

Es liegt auf der Hand: Thomas Keller freut sich über die neuen Handlungsfelder für die nächsten Jahre.

+ Ein weiteres Handlungsfeld zielt darauf ab, Kapazitäten und Projektfortschritte sichtbar zu machen und transparente Teamziele zu vereinbaren. Wie werdet ihr das anpacken?

Dank der gegenseitigen Bewertung im 360 Grad Feedback sind einzelne Fähigkeiten und Leistungen schon viel transparenter geworden. Die Handlungsfelder und Teamziele pflegen wir zudem sehr transparent in Confluence. Wenn wir jetzt die Planung der einzelnen Projekte harmonisieren und die Kapazitätsermittlung automatisieren, kommen wir noch einen grossen Schritt weiter.

+ Kontinuierliche Verbesserung ist über alle Bereich hinweg ein Thema. Hast du ein konkretes Beispiel, wo ihr bereits auf gutem Weg seid?

Es wurde erkannt, dass wir Themen haben, die nicht einem Team oder Bereich zugeordnet werden können, weil sie alle Teams oder Bereiche betreffen. Solche Themen sind zum Beispiel Auslieferungen, Systemvoraussetzungen oder auch gewisse Testmanagement-Topics.

Wir haben deshalb das Integration-Team im Sinne eines DevOps-Teams geschaffen, wo solche Themen geklärt werden. Dieses Team ist ein konkretes Beispiel für ein Ergebnis aus einem erkannten Schnittstellen-Engpass. Die Optimierung wiederkehrender Abläufe hat grosses Potenzial.

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